Weihnachtsstress: was ist das eigentlich?

Zimtsterne, Nussecken, Oblaten, Marzipankugeln: Die Liste der weihnachtlichen Knabbereien, die wir im Discounter seit kurz vor Ende der Freibadsaison bekommen ist lang. Wir sind im Oktober mit unserem Artikel zur festlichen Bestandsaufnahme hier schon spät dran, wenn wir dieses Thema einmal wieder aufrollen.

Zwar ist nicht für jeden das Jahresende eine Zeit der materiellen Geschenke, jedoch arbeitet die Industrie mit Hochdruck auf dieses Ereignis hin. Ohne diese Kalendermarke würden ganze Geschäftszweige zusammenbrechen; Coca Cola diktierte die genüssliche Festlichkeit an sich mit dem rot-gekleideten Weihnachtsmann. Auch dieses Jahr gehört die doppelte Forderung an Weihnachten selbstredend nicht allein der Industrie. Sichtbar ist zumindest ein Wollen gegenüber einigen Haltungen die wir mit der Weihnachtszeit in Verbindung bringen; Etwas zu schenken zeigt mit dem symbolischen Charakter die Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen. Das Beisammensein mit der Familie und Freunden erlangt nun einen Stellenwert, der (häufig) auch zur tatsächlichen Handlung führt. Hiermit sind bereits die offenkundigen Normen von Weihnachten benannt. Die Urchristliche Liste ist etwas länger; die betriebs- und volkswirtschaftliche benötigt dagegen ein ganzes Wissensnetzwerk, um in ihrem Wollen dargestellt zu werden.

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Die Schokoweihnachtsmann-Armeen marschierten bereits zum Ende des Sommers in die Geschäfte.

Doch weshalb löst das Jahresende bei vielen Menschen einen hohen seelischen und nervlichen Stress aus? Müssen wir in der Weihnachtszeit besonderen Anforderungen nachkommen, die das ganze restliche Jahr nicht gefordert werden oder ist es die Umstellung des Terminplans auf Einkäufe und Freizeit, die es zu händeln gibt?

Forschungsbeiträge zu Stress in der Weihnachtszeit sind rar. Psychologische Ansätze erklären das Phänomen mit an sich selbst gestellten Forderungen, denen ganz praktisch im restlichen Jahr kaum nachgekommen werden müssen. Eine Zeit der Stille sollte es werden, tatsächlich entsteht nun gerade an Weihnachten der Wunsch, andere Menschen glücklich zu machen. Die Besinnung (auf sich selbst) verlagert sich auf die Bedienung von Terminen und Wünschen anderer. Zwar sind diese Dilemmata selbst auferlegt und in dieser Phase ist faktisch besonders viel Freizeit vorhanden; doch die Ansprüche an sich selbst erhöhen sich mit den gesetzten Zielen, die beste Zeit im Jahr zu verbringen.

christmas-card-574742_1920Eine typische Grafik im weihnachtlichen Industriedesign.

Zum Jahresende spitzt sich ein wahrlich umfassendes Paket von Ansprüchen, Zielen, Wünschen, Phantasien und Erfahrungen zu, welches Alltagspraktiken nicht mehr bedienen können. Ist die Weihnachtsfeier vollzogen, bleiben meist vorwiegend die schönen Erinnerungen im Bewusstsein und tradierte Handlungspraktiken werden wieder aufgenommen. Die Angebote institutioneller Hilfe sind allerdings zahlreich: Coaching, Psychotherapie und einige Formen der Beratung bieten hierfür Hilfe an.

Die meisten Menschen genießen allerdings die Weihnachtszeit und freuen sich auf diese manchmal stille und besinnliche Zeit!

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Darstellung einer Frau bei besonderer Stressbelastung.

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